Warum Mieterstrom für Mieter attraktiv ist: Sparen und die Energiewende unterstützen
Die Energiewende schreitet in Deutschland zügig voran, und viele profitieren bereits von erneuerbaren Energien. Doch während Immobilienbesitzer mit Solaranlagen und Co. ihre Vorteile ziehen, stehen Mieter oft außen vor. Mieterstrom könnte das ändern und bietet spannende finanzielle Vorteile – plus einen Beitrag zur Energiewende. Doch was genau ist Mieterstrom, und warum ist er besonders für Mieter interessant?
Was ist Mieterstrom?
Mieterstrom ist Strom, der direkt vor Ort – meist auf dem Dach eines Mietshauses – mit Solaranlagen erzeugt wird. Das Besondere: Dieser Strom wird nicht ins allgemeine Netz eingespeist, sondern fließt direkt zu den Mietern. Dadurch entfallen oder reduzieren sich einige Kosten, wie z. B. Teile der Netzgebühren. Mieter können so lokal produzierten Strom günstiger beziehen als vom herkömmlichen Energieversorger.
Finanzielle Vorteile für Mieter
1. Günstiger Strom
Der größte Vorteil von Mieterstrom ist der günstigere Strompreis. In den letzten Jahren sind die Stromkosten in Deutschland stark gestiegen – im Jahr 2023 lag der Durchschnittspreis bei etwa 40 Cent pro Kilowattstunde. Das belastet vor allem Mieter in Großstädten, wo die Wohnkosten ohnehin hoch sind.
Je nach Modell und Standort können Mieter durch Mieterstrom bis zu 25 Prozent der Stromkosten sparen, da sie nicht die vollen Netzgebühren und andere Umlagen zahlen müssen. Diese Einsparungen können sich spürbar auf das Haushaltsbudget auswirken. Beispiel: Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden zahlt bei einem herkömmlichen Tarif etwa 1.400 Euro pro Jahr. Mit Mieterstrom zu 30 Cent pro Kilowattstunde wären es nur 1.050 Euro – eine Ersparnis von 350 Euro jährlich.
2. Mehr Stabilität bei Strompreisen
Strompreise schwanken oft stark – abhängig von Rohstoffpreisen oder geopolitischen Entwicklungen. Mieterstrom kann mehr Preisstabilität bieten. Da der Strom vor Ort produziert wird, hängen die Preise weniger von äußeren Faktoren ab. Allerdings ist Mieterstrom nicht völlig unabhängig vom allgemeinen Strommarkt, insbesondere wenn zusätzlicher Strom aus dem öffentlichen Netz benötigt wird. Dennoch gibt es für Mieter mehr Sicherheit und Planbarkeit bei den Stromkosten – besonders in Zeiten von Inflation und Energiekrisen.
3. Keine Investitionskosten
Immobilienbesitzer investieren für Solaranlagen, um von günstigeren Stromkosten zu profitieren. Für Mieter ist das Mieterstrommodell viel einfacher: Sie zahlen lediglich ihren Stromverbrauch und haben keinen Aufwand mit teuren Anlagen. Die Investitionen übernimmt in der Regel der Vermieter oder ein Energieversorger.
4. Höhere Attraktivität von Mietwohnungen
Mietwohnungen, die Mieterstrom anbieten, werden auf dem Wohnungsmarkt immer gefragter. Angesichts steigender Nebenkosten suchen viele Mieter gezielt nach Einsparmöglichkeiten. Vermieter können mit Mieterstrom nicht nur die Attraktivität ihrer Wohnungen steigern, sondern auch langfristig stabile Mieter gewinnen.
5. Langfristige Kostensenkungen
Durch Mieterstrom können auch die Betriebskosten von Gebäuden in manchen Fällen sinken. Die lokal erzeugte Energie macht externe Stromdienstleistungen oft überflüssig, was wiederum die Nebenkosten für Mieter senkt. Dies kann sich langfristig positiv auf die Wohnkosten auswirken, hängt aber von der Effizienz der installierten Anlagen und weiteren Faktoren ab.
Energiewende unterstützen
Neben den finanziellen Vorteilen spielt Mieterstrom auch eine wichtige Rolle bei der Energiewende.
1. Weniger CO₂-Emissionen
Durch die Nutzung von Solarenergie direkt vor Ort wird der Bedarf an fossilen Brennstoffen reduziert. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie spart Solarenergie auf Wohngebäuden jährlich mehrere Tonnen CO₂ ein. Mieter tragen somit aktiv zum Klimaschutz bei.
2. Effiziente Stromnutzung
Strom, der über lange Strecken transportiert wird, verliert an Energie. Durch die dezentrale Erzeugung von Mieterstrom direkt vor Ort werden diese Verluste minimiert, und das öffentliche Netz wird entlastet. Das führt zu einer effizienteren Energienutzung und stabileren Strompreisen.
3. Erneuerbare Energien für städtische Gebiete
In Städten wird viel Energie verbraucht, aber nur selten vor Ort produziert. Mieterstrom schließt diese Lücke und ermöglicht es auch Stadtbewohnern, Teil der Energiewende zu werden. Das Modell fördert den Ausbau erneuerbarer Energien in urbanen Zentren, wo der Bedarf am höchsten ist.
Fazit: Eine Win-Win-Situation für Mieter und die Energiewende
Mieterstrom bietet Mietern eine großartige Möglichkeit, ihre Stromkosten zu senken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Die Ersparnisse durch den Wegfall oder die Reduktion von Netzgebühren und anderen Zusatzkosten machen das Modell besonders attraktiv. Mieter profitieren zudem von stabileren Preisen und müssen keine teuren Anlagen installieren.
Darüber hinaus trägt Mieterstrom maßgeblich zur Energiewende bei, vor allem in Städten. Das Modell hilft, das Stromnetz zu entlasten und den CO₂-Ausstoß zu senken. Insgesamt ist Mieterstrom eine Win-Win-Situation – für den Geldbeutel und das Klima.
Ausblick
In unserem nächsten Blogpost beschäftigen wir uns mit dem Thema Gewerbestrom. Wie es funktioniert, welche finanziellen und ökologischen Vorteile es für Unternehmen bietet und welche Rolle die dezentrale Energieproduktion in der Energiewende spielt. Erfahren Sie, wie Unternehmen durch Gewerbestrom unabhängiger und nachhaltiger wirtschaften können.